Top 10 der größten Verhaltensverstöße im Dojo

Karate-Meister grüßen gemeinsam an und meditieren vor dem Training am Strand. Im Hintergrund geht die Sonne auf.
Gemeinsames Angrüßen und Meditieren vor dem Training - Quelle: Photo by Thao Le Hoang on Unsplash

Wir alle lieben die Kampfkünste und den Kampfsport. Auch wenn es sich um Einzelsport handelt, so entfaltet ein Training sein volles Potential doch erst mit einem Partner. Da meist in Gruppen trainiert wird ist dennoch ein Miteinander und ein Teamcharakter vorhanden. Egal ob im Gym oder Dojo, Einzelgänger oder Störenfriede sind fehl am Platz.

Und dennoch treffen wir immer wieder auf seltsame Weggefährten, die durch unkollegiales und schwer nachvollziehbares Verhalten auffallen. In diesem Artikel stehen die Top 10 Beispiele, wie man sich im Training NICHT verhält. Und vielleicht entdeckt sich der ein oder andere ja selbst in der Liste wieder, was wir natürlich nicht hoffen.

Top 10 – Wie man es nicht macht

  • Hygiene: Leute, es ist nicht schwer und benötigt auch nicht viel Zeit. Kampfsport wird in der Regel barfuß trainiert und es wäre großartig, wenn sich alle ordentlich um ihre Füße kümmern würden. Das bedeutet Fußnägel schneiden und vor dem Training noch einmal die Füße waschen. Wer mag es schon bei gemeinsamen Dehnübungen den übel riechenden Käsefuß des Partners auf die eigene Schulter zu hiefen? Und noch weniger wollt ihr euren Partner aufgrund von zu langen Fußnägeln aufschlitzen, richtig?

  • Schmuck kann wunderschön sein...und jeder kann sich mit Piercings bestücken wie sie/er mag und wo sie/er mag. Doch muss der Schmuck vor dem Training abgenommen und die Piercings mit Tape abgeklebt werden. Denn andernfalls kann dies zu Verletzungen bei anderen und sich selbst führen.

  • Der “Philosoph”. Bei einer anstrengen Übung ist der Partner dran und dieser vermeidet durch “philosophische” Anmerkungen über die Technik, eigene körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Liebe Trainingspartner, denkt bitte daran, dass auch euer Gegenüber die Technik lernen und üben möchte. Denkt also bitte an die anderen und verschwendet deren wertvolle Trainingszeit nicht durch sinnloses Gelaber. Denn hier gilt Learning by Doing.

  • Der “Klugscheißer”. Außer dem Trainer befinden sich öfters mal auch anderer erfahrene Sportler im Training. Es kann auch gut sein, dass diese Personen vorher einen anderen Kampfsport ausgeübt und das Dojo oder Gym gewechselt haben. Das ist an sich nicht schlecht, denn sie können ihr wertvolles Wissen mit allen teilen. Allerdings sollte das zur richtigen Zeit geschehen. Nichts zeugt von weniger Respekt, als wenn jemand die Anweisungen des Trainers vor allen anderen in Frage stellt.

    Natürlich gibt es alternative und vielleicht auch effektivere Techniken. Aber wenn der Trainer die Übung mit eben dieser Technik vorgibt, wird das seinen Grund haben. Gerade bei Neulingen ist es wichtig, die Bewegungen im Kern mit Grundübungen verstehen zu lernen. In einer realen Situation würde natürlich alles anders aussehen und vor allem hektischer ablaufen. Keiner greift euch auf der Straße mit einem sauberen und geradewegs ausgeführten Karatefaustschlag an. Doch im Training geht es oft auch um die Theorie. Wenn jemand mit der Ansicht des Trainers unzufrieden ist oder dieser nicht zustimmt, kann er dies unter vier Augen mit dem Trainer persönlich besprechen. Aber eigene Belehrungen haben im Training nichts zu suchen. Dort hat der Trainer das Sagen.
Karate-Schüler trainieren in einer Sporthalle und laufen im Kreis, um sich zu erwärmen und um sich auf das Training vorzubereiten.
Training hat durch Gruppentraining ebenfalls Teamcharakter - Quelle: Photo by Sam Moghadam on Unsplash
  • Hygiene Nr. 2: Oft findet Training nach der Arbeit statt und viele eilen unter Zeitdruck in die    Sportschulen. Wenn du also vor dem Training keine Zeit mehr hast, deine Zähne zu putzen, dann wirf dir wenigsten ein Pfefferminzbonbon ein. Das nimmt den strengen Mundgeruch, der sich eventuell über den Tag angesammelt hat. Andernfalls landet der bei Partnerübungen mit Würfen oder Clinchen direkt im Gesicht des Partners.

  • Nicht selten meiden erfahrene Sportler Neulinge in Sachen Partnertraining. Entweder halten sie sich selbst für etwas besseres oder wollen ihre Zeit nicht mit Neulingen “verschwenden”. Training bedeutet allerdings das Teilen von Fähigkeiten und jeder hat sich einmal an dem Punkt eines Anfängers befunden. Also helft den Neuen doch bitte, sich im Training zurecht zu finden und teilt eure wertvollen Erfahrungen. Ihr müsst ja nicht beste Freunde werden, aber seid auch kein Arschloch.

  • Nicht selten treffe ich beim Training auf Personen, die mir vor einer Übung erzählen: “Bitte nur locker ja, ich habe keinen Zahnschutz dabei” oder “...ich bin noch nicht so lange dabei”. In so einem Fall denke ich nur “Alles klar, kein Problem, ich werde entsprechend aufpassen...” Doch ist gerade das Okay vom Trainer gekommen, mit der Übung anzufangen, schlägt auch schon der erste brutale Lowkick des Partners in meinem Oberschenkel, der mein Knie fast zum bersten bringt, oder ein Highkick in mein Gesicht. Andere Partner treten und schlagen oft ohne Rücksicht, beschweren sich dann aber, wenn sie aufgrund dessen selbst mal kassieren.
  • Das “Bazillenschiff”. Euer Ehrgeiz in allen Ehren...aber wer krank ist, sollte zu Hause bleiben. Bringt die Keime nicht mit ins Dojo oder Gym und infiziert alle anderen.
  • Der “Klugscheißer” Nr. 2: Du hast einen Trainingspartner direkt vor dir, der ohne Unterlass deine Bewegungen korrigiert und Ratschläge gibt. Doch sobald er an der Reihe ist, ist er selbst nicht in der Lage eine gescheite Bewegung auszuführen. Noch besser wird die Situation, wenn der Trainer ihn zusätzlich verbessert.
  • Ihr habt gerade ein gemeinsames Training absolviert, vielleicht habt ihr keine gemeinsamen Partnerübungen gemacht, aber immerhin seid ihr in der selben Trainingsgruppe gewesen. Doch keine 10 Minuten nach dem Training fällt es vielen Personen schwer ein “Auf Wiedersehen” oder “Danke, dir auch einen schönen Abend” über die Lippen zu bringen. Geschweige denn ein “Hallo” beim nächsten Training. Die “besten” Erlebnisse sind auch die, wenn man jemanden direkt grüßt, dieser sich nur ansieht und dann wegdreht. Was ist nur los mit euch?

Das hier sind nur einige wenige Beispiele, wie man sich in einem Dojo oder Gym NICHT verhält. Die komplette Liste ist noch wesentliche länger und vielleicht habt ihr ja ein paar Erfahrungen, die ihr mit uns teilen wollt!

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