Vovinam Viet Vo Dao – Eine Vietnamesische Kampfkunst

Kämper des Vovinam Viet Vo Dao machen einen Vorführung. Ein Kämpfer wehrt sich mit einem Scherentrittsprung gegen zwei Angreifer.
Kämper des Vovinam Viet Vo Dao in Aktion gegen zwei Gegner - Screenshot aus dem Video "Le Vovinam Viet Vo Dao, Art Martial Meconnu"

Was ist Vovinam Viet Vo Dao

Vovinam Viet Vo Dao ist eine traditionelle vietnamesische Kampfkunst, die zur Selbstverteidigung dient. Sie beinhaltet ein Training mit und ohne Waffen. Wie andere asiatische Kampfkünste auch verfolgt sie das Prinzip der Harmonie zwischen harten und weichen Bewegungen. Sie basiert auf den Lehren des Yin (negativ) und Yang (positiv). Die hier vorgestelle vietnamesische Kampfkunst bevorzugt weder harte noch weiche Bewegungen, sondern nutzt sie gleichermaßen. Viet steht in der Übersetzung für Vietnam, Vo für Kampfkünste und Dao mit „Das Prinzip“ oder „Der Weg“.

 

Die Techniken sind vielfältig und beinhalten Hand- und Ellenbogentechniken, Tritte, Feger, Würfe und Hebeltechniken. Besonders charakteristisch aber sind die Beinscherensprünge zum Kopf des Gegners, um diesen zu Boden zu bringen. Es gibt Angriffs- und Verteidigungstechniken, Fluchttechniken, Formen, Freikampf und traditionelles Ringen. Erfahrende und fortgeschrittene Schüler des Vovinam Viet Vo Dao lernen zusätzlich den Umgang mit traditionellen Waffen wie den Langstock, das Messer, das Schwert, den Säbel, die Hellebarde und Axt.

Kämper des Vovinam Viet Vo Dao machen einen Vorführung. Ein Kämpfer wehrt sich mit einem Scherentrittsprung zum Kopf gegen einen Angreifer.
Kämper des Vovinam Viet Vo Dao demonstriert den typischen Beinscherensprung zum Kopf des Gegners - Screenshot aus dem Video "Le Vovinam Viet Vo Dao, Art Martial Meconnu"

Die Geschichte

Großmeister Nguyen Loc führte die Kampfkunst Vovinam offiziell im Jahr 1938 ein. In seiner Jugend trainierte er bereits verschiedene traditionelle vietnamesische Kampfkünste. Er wuchs in einer französischen Kolonie auf und war ein gebildeter junge Mann. Er interessierte sich für Kunst, Geschichte, Philosophie und Religion. All dies nahm einen deutlichen Einfluss auf die von ihm entwickelte Kampfkunst.

 

Aufgrund der Unterdrückung prägte ihn ein sehr patriotische Charakter und er entwickelte Vovinam in erster Linie für Vietnamesen, um diese zu stärken. Er passte die verschiedensten Techniken an den vietnamesischen Körperbau und die Körpergröße an. Das Resultat sind kleine und agile Bewegungen. Die Kampfkunst verbreitete sich anfangs über die vietnamesischen Flüchtlinge, die in Frankreich lebten. Heute repräsentiert die World Vovinam Viet Vo Dao Federation (WVVF) doe traditionalle vietnamesische Kampfkunst.

Meister des Vovinam Viet Vo Dao demonstriert einen Tritt mit der Fußaußenkante.
Kämper des Vovinam Viet Vo Dao in Aktion gegen zwei Gegner - Screenshot aus dem Video "Le Vovinam Viet Vo Dao, Art Martial Meconnu"

Gürtelfarben

Insgesamt gibt es vier verschiedene Gürtelfarben im Vovinam. Die Anfangsfarbe ist Blau, gefolgt von Gelb und Rot. Meister tragen die Farbe Weiß, die einen starken Kontrast zu dem sonst üblichen Schwarz anderer Kampfkünste bildet. Doch steht eine sinnvolle Philosophie hinter dem Gürtelsystem. Die Schüler entwickeln sich auf dem Weg ihres Trainings und meistern ihn von Außen nach Innen (Blau ist die Farbe des Anzugs, das Gelb symbolisiert die Hautfarbe, Rot das Blut und Weiß schließlich die Knochen). Die Knochen stehen hier symbolisch für die Tiefe und den Geist. Wenn du also einen Weißgurt vor dir stehen hast, handelt es sich nicht unbedingt um einen Anfänger.

Im Anschluss noch ein interessantes Video über das Vovinam Viet Vo Dao, damit ihr einen noch besseren Eindruck davon bekommt, wie das Ganze in Bewegung aussieht. 

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