Taido – Der Weg des Körpers

Eine Silhouette eines Taido-Kämpfers, der am Strand in die Luft springt. Im Hintergrund sieht man das Meer bei untergehender Sonne.
Kampfsportler am Strand - Quelle: Photo by Charlein Gracia on Unsplash

Der Weg des Körpers

Taido Ryu Jitsu heißt in der Übersetzung der Weg des Körpers und der Name ist Programm. Seine Wurzeln hat Taido 躰道 im Okinawa Karate und wurde im Jahr 1965 von Seiken Shukumine gegründet. 1950 entwickelte Seiken Shukumine einen eigenen Karatestil, den er Genseiryu 玄制流 nannte. Dieses wiederum hat seine Wurzeln im Shuri-te, das eine der drei großen Karatestile auf Okinawa hat. Es wird vermutet, dass Seiken Shukumine im späteren Verlauf seines Lebens Karate in seinen Bewegungen als zu beschränkt empfand. Sein Plan war es von den größtenteils sehr linear verlaufenden Bewegungen wegzukommen und die Verteidigung flexibler zu gestalten.

 

Also entwickelte Seiken neue Techniken, die wesentlich mehr Innovationen zuließen. Das Resultat ist eine Kampfkunst mit offensichtlichen Einflüssen aus dem Karate, die er mit zahlreichen Drehbewegungen ergänzte und des Weiteren die Geschwindigkeit und Effektivität der Fußarbeit erhöhte. Außerdem fällt schnell auf, dass der Winkel, in dem der Körper zu den Techniken steht ebenfalls Veränderungen aufweist. Akrobatische Bewegungen schließen das Bewegungsrepertoire ab, die ein bisschen an das brasilianische Capoeira erinnern.

Fünf Arten der Bewegung

Taido klassifiziert die Angriffs- und Verteidigungsbewegungen in fünf Bewegungskategorien:

 

Sen – vertikale Drehbewegungen

Un – Aufsteigende und Absteigende wellenartige Bewegungen

Hen – Fallbewegungen, bei denen die Körperachse verändert wird

Nen – horizontale Drehbewegungen

Ten – Roll- und Sturzbewegungen

 

Schläge, Tritte und andere Techniken ergänzen das Bewegungsset, während die letzte Kategorie Ten akrobatische Manöver wie Rückwärtssalti beinhaltet. Die wiederum machen Taido zu einer optisch spektakulären Kampfkunst.

Wettkampf

Wettkämpfe gibt es auch im Taido. Die Disziplinen  unterteilen sich in Jissen (Kampf), Hokei (Kata/Formenlauf) und Tenkai (Demonstrationskampf). Taido ist ein Semikontaktsport, womit die Athleten Punkte erzielen müssen, um den Kampf zu entscheiden. Gewonnen hat der Kämpfer, der als erstes einen vollen Punkt (Ippon) oder mehr Punkte am Ende des Kampfes als sein Gegner besitzt. Auch wenn es sich um Semikontakt handelt, müssen die Techniken kraftvoll, dynamisch und zielgerichtet sein.

 

Hokei ähnelt wie gesagt der Kata aus dem Karate. Hokeitraining funktioniert als Grundlagentraining, hilft dem Techniktraining und der Verbesserung von Kraft, Geschwindigkeit und Körperkontrolle. Tenkai hingegen ist eine Choreographie, in der sich ein Kämpfer gegen fünf Angreifer behaupten muss. Dieser Schaukampf dauert 25 bis 30 Sekunden. Wertungskriterien sind Kreativität und die Nutzung des dreidimensionalen Raumes. Damit findet der Kampf nicht nur am Boden statt, sondern wird durch Sprünge ergänzt. Wie im Karate gibt es Jissen und Hokai auch als Team-Disziplin.

Taido in Action

Das folgende Video gibt euch einen Eindruck vom Taido in bewegten Bildern. 

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