Ninjitsu – Die Kunst der Schattenkrieger

Ein Ninja in Schwarz gekleidet kniet auf dem Boden vor einer Wand. In seiner linken Hand hält er ein Schwert erhoben.
Die Ninja erfüllten die Aufgaben wie Spionage und Attentate - Quelle: https://pixabay.com/de/photos/ninja-krieger-japan-assassin-2007576/

Für viele Menschen ist der Ninja eine mystische Figur. Durch verschiedenste Filme, Animationsserien und Romane erlangte er einen Kultstatus, dem eine gewisse Coolness anhaftet. Man sagt ihm übermenschliche Fähigkeiten wie Verschmelzen mit der Dunkelheit und sogar magische Fertigkeiten nach. Mit diesem Artikel schauen wir uns den legendären Krieger genauer an und klären, was er war und wirklich konnte.

Ninjitsu

Der japanische Begriff Ninjitsu heißt übersetzt „Die Kunst des Verbergens“. Im heutigen Sprachgebrauch taucht auch der moderne Begriff Ninpo 忍法 des Öfteren auf, der mit „Die Methode des Verbergens“ übersetzt werden kann. Zusammengefasst beschreibt die Kunst des Ninjas also die Fähigkeiten des Schleichens und Verbergens. Statt der übermächtigen Darstellung der modernen Popkultur eines scheinbar unbezwingbaren Kriegers handelt es sich bei einem Ninja in der Realität um einen Spion und Attentäter. In der heutigen Zeit könnte man ihn mit einem gut ausgebildeten Agenten vergleichen.

 

 

Weitere Fähigkeiten wie Waffenkunde, Geografie, Bogenschießen, Heilkunde, Verstellung und Verhüllung seiner Person komplementieren sein Handwerk. Insgesamt hatte der Ninja Fertigkeiten aus acht Fächern zu erlernen. Dazu gehörten:  

1. Taijutsu, Hicho-jutsu, Nawage-nage (Körperbeherrschung, Kontrollieren des Angriffs, Seilwerfen)

 

2. Karate Koppo Taijutsu, Jutaijutsu (unbewaffnete Schlagtechniken, Hebel- und Wurftechniken)

 

3. So-jutsu, Naginata-jutsu (Speer und japanische Hellebarde)

 

4. Bo-jutsu, Jo-jutsu, Hanbo-jutsu (Stab- und Stocktechniken)

 

5. Senban-nage, Ken-nage-jutsu, Shuriken (Werfen verschiedener Klingenwaffen)

 

6. Ka-jutsu, Sui-jutsu (Verwendung von Feuer und Wasser)

 

7. Chikujo Gunryaku Hyoho (Festungsbau und Strategie)

 

 

8. Onshin-jutsu (Verstecken und Tarnen)

Eine asiatische Frau als Ninja gekleidet. Vor ihrem Körper hält sie ein Katana.
Weibliche Ninja heißen Konoichi - Quelle: Photo by Aisha Askhadova on Unsplash

Die Entstehung

Für den Ursprung des Ninjitsu scheint es keine genauen Daten zu geben. Einerseits berichten Quellen von den Genpei-Kriegen (1180 n.Chr. -1185 n.Chr.), in denen das Ninjitsu das erste Mal in seiner Form als Kampfkunst aufgetreten sein soll. Andere Quellen berichten von der Zeit der Heian-Periode (794 n.Chr. -1192 n.Chr.), in der sich Ninjitsu zunehmend als Teil der Kriegsstrategien der Bushi zu spezialisieren schien. Andere wiederum erzählen, dass die Samurai der Nanboku-Cho Periode (1336 – 1392) das Ninjitsu entwickelten und die Samurai aus Koka und der Iga Provinz der späteren Perioden es weiter kultiviert haben.

 

 

Was jedoch sicher ist, ist die Tatsache, dass die Ninja die Rollen von Attentätern, Kundschaftern und Spionen ausführten. Wie die Samurai unterstanden sie einem Daimyo. Daimyo waren Teil des Schwertadels und unterstanden formal dem Shogunat. Diese besaßen Samurai als Vasallen, die sie mittels der Einkommen aus ihren Lehen entlohnten.  

Eine Statue eines Samurai auf einem Pferd.
Die Samurai gelten unter anderem als Begründer des Ninjitsu - Quelle: https://pixabay.com/de/photos/statue-reitsport-bronze-samurai-1010936/

Die Bewaffnung der Ninja

Ausgebildet in der Verwendung traditioneller Waffen, waren die Ninja auch Neuerfindungen offen gegenüber. So fanden neben Schwertern und Lanzen auch Feuerwaffen und andere Spielereien ihren Weg ins Arsenal der Ninja. Besonders die Edo-Zeit sei reich an Erfindungen gewesen und habe den Konstruktionen und technischen Entwürfen der europäischen Renaissance in nichts nachgestanden. Umstritten ist allerdings die Verwendung des Schwertes. Erstens soll das Schwert genauso wie bei den Samurai im Obi (Gürtel) getragen worden sein und nicht auf dem Rücken, wie in vielen filmischen Darstellungen. Des Weiteren soll die Verwendung des Ninjato, der geraden Schwertklinge umstritten sein. Der Gebrauch von Iaido-Techniken spricht gegen die Verwendung der geraden Klinge, da zahlreiche Bewegungen nur mit einer gebogenen Kling ausführbar sind. Weitere klassische Waffen der Ninja sind die Shuriken (Wurfsterne), die Lanze, Gifte und die Kusarigama, die Kettensichel, die sich für die Entwaffnung des Gegners eignete.

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